Sozial! Ein Zauberwort macht Karriere

 

Es macht das Leben besser und rettet es manchmal sogar:
Das Wort „sozial“ ist wie der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält
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Vive la France! Es lebe Frankreich! Denn aus unserem westlichen Nachbarland kommen nicht nur köstliche Weine, zahllose weitere Delikatessen und eine zumeist ansteckende Freude am guten Leben. Aus Frankreich kommt vor allem auch ein Wort, das so viel mehr als nur das egoistische Vergnügen an schönen Dingen ausdrückt. Es ist das Wort „sozial“. Ja, genau – dieses scheinbar so alltägliche Wort ist tatsächlich erst im 18. Jahrhundert über den Rhein eingewandert, reichlich spät in der jahrhundertelangen Entwicklung der deutschen Sprache. Doch die Auswirkungen dieses wahren Zauberwortes sind umso schneller eingetreten. Und sie prägen unsere Lebenswelt bis heute nachhaltig.

Das französische Wort „social“, so klärt das Wörterbuch auf, meint „in Verbindung stehend“ oder „zugesellt“ und im weiteren Sinne auch „gemeinnützig, hilfsbereit, barmherzig“. Die Vokabel „social“ hat den revolutionären Gedanken in unsere Sprache gebracht, dass geteilter Besitz, geteilte Freude und geteilter Genuss sich verdoppeln. Und eben nicht halbieren, wie die Mathematik es eigentlich nahelegen würde. Eine rätselhafte Logik – und doch eine täglich nachvollziehbare Erfahrung. „Gib, damit Dir gegeben wird“ (lateinisch: „do ut des“), das war schon im alten Rom eine einleuchtende Redewendung. Jeder kennt die Freude, die im Geben entsteht. Und wer anderen von seinem Glück erzählt, erlebt es gleich noch einmal. So weit, so gut. Es gibt aber auch eine weniger rosige Seite des Sozialen. Sie begann in der Zeit der industriellen Revolution vor mehr als 200 Jahren, als die menschliche Arbeitskraft immer mehr im Dienste des gesellschaftlichen Fortschritts stand. Arbeiter wurden massenhaft in die Manufakturen, Bergwerke und Fabriken geschickt. Selbst Kinder schufteten oftmals bis zum Umfallen. An Gesundheit, die Zukunft oder etwas so Utopisches wie die Rente dachte dabei kaum einer. Damals stellte sich die Frage: Was ist, wenn das Leben nicht prall und schön, nicht glatt und makellos ist? Was ist, wenn Krankheit und Armut, Alter und Arbeitslosigkeit alles verändern und einen Menschen an die Grenzen der Belastungsfähigkeit bringen? An der Dringlichkeit dieser Überlegungen hat sich bis heute nichts geändert. Und genau an dieser Stelle beginnt die gesellschaftliche Dimension von „sozial“.

Denn das Wort meint eben nicht nur, dass der Einzelne an andere denkt und so im Kleinen die Welt besser wird. Klar: Das ist der Grundgedanke. Aber nicht immer und für jeden Notfall ist ein barmherziger Samariter greifbar. Jeder Helfer hat seine Grenzen. Was also tun, wenn die Not dauerhaft und groß ist?

Dann steht die Gesellschaft als Ganzes ein und hilft. Jedenfalls in einem Sozialstaat, wie er in Deutschland von den Vätern und Müttern des Grundgesetzes 1949 festgeschrieben wurde. Der deutsche Staat strebt dem Grundgesetz gemäß soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit an, „um die ­Teilhabe aller an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen zu gewährleisten“. Alle Formen von Lebens­risiken sollen so abgefedert werden, die Gesellschaft „sozialen Ausgleich“ praktizieren. Das gelingt nicht unbedingt perfekt, wie der Armutsbericht der Bundesregierung jährlich auf traurige Weise ­belegt. Und doch ist der soziale ­Charakter unseres Staates eine unbestreitbare Errungenschaft und Aus­druck unseres Wohlstandes.

Das kleine Wort „sozial“ hat über die Jahre viele Kinder bekommen: Sozial­demokraten. Sozialpolitik. Sozialgesetz­buch. Sozialverband. Doch das alles sind keine leeren Worthülsen – auch die nackten Zahlen zeigen, wie bedeutsam das Thema für unser Land ist: ­Soziales beansprucht mit knapp 41 Prozent den mit weitem Abstand größten Teil des Bundeshaushaltes. Rund 137 ­Milliarden Euro fließen so Jahr für Jahr in Rente, Arbeitslosengeld, Grundsich­erung, Wohngeld und vieles mehr.

Und auch aus der Alltagssprache weiß jeder: Sozial ist einfach gut. Wer sozial ist, sorgt sich um die Gemeinschaft, um das große Ganze. Die „sozialen Fähigkeiten“ werden in Bewerbungs­gesprächen und Seminaren für Führungskräfte stets besonders hervorgehoben. Wer sie nicht hat, muss Nachhilfe nehmen – denn ohne „social skills“ geht es nicht mehr im Berufsleben. Auch Schulzeugnisse enthalten in den meisten ­Bundesländern Noten für das Sozialverhalten – und wer sozial auffällig ist, bekommt besondere Unterstützung. ­Sozialarbeiter kümmern sich dann um den jungen Menschen und sorgen für ein gelingendes Miteinander.

Sozial, das ist ein Zauberwort in ganz vielen Bereichen. Dabei war es einst eher eine wilde Parole, ein mutiger Kampfschrei. Als der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck die ersten Elemente der heutigen Sozialversich­erung einführte (siehe S. 8), war dies kein Akt der Fürsorge, sondern vor ­allem ein politischer Schachzug, um den ­aufmüpfigen ­Gewerkschaften, Kommunisten und Sozialisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu ­bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte“, schrieb Bismarck in seinen Memoiren. Der Trick gelang, er blieb an der Macht – und für das Wohl der Arbeiter sorgte er dennoch, und zwar dauerhaft.

„Sozial ist, was Arbeit schafft“ – ­dieser Slogan schafft es immer wieder in ­viele Parteiprogramme. Er ­vermittelt die Idee, dass die soziale ­Marktwirtschaft trotz Sozialleistungen und Arbeitslosenversicherung eben kein Entspannungs­becken sein soll, sondern Menschen zum aktiven (Erwerbs-)leben befähigt werden. Dabei definiert die Politik immer wieder neu, was die Vokabel ­„sozial“ konkret bedeutet – im Unterschied zum puren Marktgeschehen, das kalt und berechnend keine Rücksicht auf Menschen nimmt.

Die Herausforderungen für die Sozialpolitik stellen sich dabei immer wieder neu: Waren einst die Arbeiter schutzlos den Härten der täglichen Schufterei in Minen und Fabriken ausgesetzt, so musste später die Rente als Absich­erung für ein Altern in Würde geschaffen werden. Als dann mit der DDR ein ganzer Staat kollabierte, sicherten ­Milliardentransfers aus den Sozialkassen das friedliche Miteinander im vereinigten Deutschland. Und seitdem klar ist, dass Menschen immer länger gesund bleiben und immer älter werden, muss das Soziale wieder eine neue Herkulesaufgabe bewältigen: Wie kann Pflege menschlich und wirtschaftlich gelingen? Hunderttausende Pflegeplätze müssen geschaffen, Pflege­fachkräfte gefunden und gehalten werden. Und das alles finanziert und organisiert werden. Es wird niemals langweilig, wenn es um Soziales geht. Weil es eben niemals langweilig wird, wenn Menschen im Spiel sind. Wer die tiefere ­Bedeutung des Begriffs „sozial“ verstehen will, muss ihn übrigens nur in sein Gegenteil verkehren: Einen „Asi“ schimpft man nämlich den, der sich rücksichtslos verhält: Der aus dem Miteinander ausschert, „sein eigenes Ding macht“, Menschen schadet und links liegen lässt. Das „a“ vor „sozial“ macht aus dem barmherzigen Samariter den bösen Egoisten. Auch hier ist es also ­etwas ganz Kleines, das Großes bewirkt.

Und das WirtschaftsHaus?

Hat insgesamt Investitionen von über einer ­Milliarde Euro für attraktive Pflege ­ermöglicht. Und verant­wortet jährliche Mietzahlungen in Höhe von mehr als 63 Millionen Euro an die Eigentümer.


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