Sophia Wischmann

Heidekönigin 2014 in Amelinghausen

Erfahrungen & Bewertungen zu WirtschaftsHaus Unternehmensgruppe

„Ich wollte immer Königin werden“


 
Sophia, Du bist seit letzten Sommer Heidekönigin von Amelinghausen. Machst Du nun bald Werbung für Beauty-Produkte?

Auf keinen Fall. Das ist keine Miss-Wahl! Klar sollte man nett anzusehen sein. Aber ganz wichtig ist, dass die Heidekönigin auch privat erkannt wird. Natürlichkeit ist das Wichtigste. Bewerberinnen müssen nur 18 Jahre alt und nicht verheiratet sein. Schönheit ist erstmal kein Kriterium.

Mit einer Heidekrone auf dem Kopf und einem purpurfarbenen Mantel auf dem Feld zu posieren hat ja für manche etwas Lustiges. Wie viel Klamauk steckt in der Heidekönigin?

Für mich überhaupt keiner. Das ist gelebte Tradition. Meine Tante hat sich damals auch beworben. Und ich war als Zehnjährige die Hofdame einer Heidekönigin. Zwischendurch habe ich mich als Teenager natürlich auch zu cool dafür gefühlt. Aber eigentlich wollte ich immer Königin werden.

Wie viele Auftritte hast Du als Heidekönigin?

Zwischen 80 und 90 pro Jahr. In der Weihnachts- zeit waren das viele Feiern, dann im Januar Bälle, nun kommen die Schützenfeste. Ich gehe auch zu anderen Krönungen. Die Leute freuen sich einfach, mich zu sehen. Ich begrüße sie dann, bin einfach dabei. Und halte immer eine Rede.

 
Konntest Du das vorher auch schon, Reden halten?

Nicht wirklich, das ist auch immer noch aufregend. Aber die Struktur ist ja immer gleich: Anfangs bedankt man sich für die Einladung, begrüßt alle, dann kommt etwas zur Veranstaltung Passendes, und dann ist man zum Glück schon fast fertig (lacht). Man gewöhnt sich daran, aber es ist bestimmt nicht meine Leidenschaft.

Du machst ja im Moment ähnliche Dinge wie Politiker: Freundlich lächeln, Reden halten, Hände schütteln. Gefällt Dir dieses öffentliche Leben?

Sonst hätte ich mich nicht zur Wahl gestellt. Aber es ist schon auch anstrengend. Der Höhepunkt war sicher die Grüne Woche in Berlin, da war ich drei Tage lang als Heidekönigin zu Besuch. Zwölf Stunden in voller Montur am Messestand stehen, das hat schon viel Kraft gekostet, war aber auch sehr spannend.

Nach Deinem Jahr als Königin existieren wohl mehr Fotos von Dir als jemals zuvor.

Das stimmt. Ständig wollen Leute mit mir Selfies machen. Ich kann gar nicht mehr mitzählen, wie oft schon Fotos mit mir gemacht wurden. Manchmal stellt sich einfach jemand neben mich, hält das Handy vor uns und drückt ab. Auf der Messe passierte das ständig.

Du bist die Botschafterin einer Landschaft, einer ganzen Region. Was bedeutet die Heide für Dich?

Sie gehört einfach dazu. Ich verbinde damit Kindheit, erinnere mich an Kutschfahrten mit meiner Oma. Ich weiß auch noch, wie wir jedes Jahr in der Heide gesessen und Kraut geschnitten haben, für den Festwagen beim Heidefest. Außerdem fahre ich sehr gern Fahrrad, und wir haben hier meist schönes Wetter. Dann ist es nach Lüneburg und Hamburg nicht weit. Und trotzdem ist es hier dörfisch und ruhig. Ich mag dieses Gesamtpaket sehr.

Deine Krone ist ziemlich beeindruckend, groß und voller frischer Panzen. Bewahrst Du die selbst zu Hause auf?

Die liegt in einer Hutschachtel, im Dunkeln. Dadurch bleibt sie länger frisch. Irgendwann rieselt sie natürlich trotzdem, vor allem beim Aufsetzen. Sie wiegt drei Kilo und wird drei Mal im Jahr gebunden, damit sie immer frisch aussieht.

Im August wird eine neue Königin gewählt. Wird es hart für Dich werden, wieder aus dem Rampenlicht zu treten?

Wahrscheinlich werde ich fürchterlich weinen. Der Abschied fiel bislang allen Königinnen schwer. Von einem Moment auf den anderen sind alle nur noch an der Neuen interessiert – das ist schon hart. Aber ich fange ja gleich nach der Abwahl mein Agrarökonomie-Studium an und ziehe nach Rendsburg. Da werde ich gar nicht viel Zeit zum Trauern haben.

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