Martin Kind

Präsident des Sportvereins Hannover 96

Erfahrungen & Bewertungen zu WirtschaftsHaus Unternehmensgruppe

„Hannover muss sich als Wirtschaftsstandort nicht verstecken.“


 
Herr Kind, wie schätzen Sie Hannover und die Region als Wirtschaftsstandort ein?

Ein guter Fleck, um ein Unternehmen zu gründen – oder mit einer Firma oder einem Verbund zu expandieren? Hannover ist eine attraktive Stadt und ein zentraler Standort. Darüber hinaus ist Hannover durch einen guten Arbeitsmarkt gekennzeichnet. Worauf stützen Sie Ihre Einschätzung? Schauen Sie doch nur auf die Universitäten und die vielfältigen Verwaltungen von groß- und mittelständischen Unternehmen, die Nähe zur Nord- und Ostsee und zum Harz als Mittelgebirge oder die zentrale Verkehrsanbindung mit dem Verkehrsknotenpunkt mit Nord-Süd und Ost-West-Richtungen und den Flughafen. Hannover muss sich als Wirtschaftsstandort nicht verstecken.

Welche Branchen oder Firmen haben Sie da im Blick? Welche Märkte haben noch Potenzial oder sind ausgereizt? Oder hängt es eher mit handeln- den Personen, sprich Struktur des Unternehmens und weniger mit der Branche zusammen?

Eine Beurteilung der Märkte und der Potenziale ist mir nicht möglich. Die Unternehmen treffen ihre Standortentscheidung unter anderem im Hinblick auf die oben genannten Punkte.

Haben Sie enge Kontakte mit Stadt und Region? Mit Verbänden? Gehen diese aus Ihrer Sicht vernünftig, kreativ und partnerschaftlich mit Ihren Unternehmern um – oder gibt es Optimierungsbedarf?

Ich kenne die verantwortlichen Politiker und Verwaltungsmitarbeiter in der Stadt und der Region. Ich kenne auch die Verantwortlichen in den Verbänden. Die Verantwortlichen handeln unternehmens- und marktorientiert. Sie wissen um die erfolgreiche Entwicklung von Unternehmen und die Ansiedlung neuer zukunftsorientierter Unternehmen. Das ist enorm wichtig für die Weiterentwicklung der Landeshauptstadt Hannover und der Region.

Wie war das in den Anfängen von KIND Hörgeräte?Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie mir mal erzählt, dass Sie nur mit einer Handvoll Filialen gestartet sind, als Sie das Geschäft übernommen haben. Man kann es sich kaum vorstellen, bei der Dimension, die das Unternehmen heutzutage hat ...

Es ist richtig, dass ich im Jahre 1970 mit einem Hörgerätefachgeschäft und wenigen Mitarbeitern begonnen habe. Mittlerweile bieten wir in in Deutschland in mehr als 560 Fachgeschäften die innovativen Produkte, die qualifizierte Dienstleistung und die langjährige Nachbetreuung an. Darüber hinaus haben wir in Kölleda/Thüringen das Unternehmen audifon. Hier sind die Bereiche Forschung und Entwicklung, industrielle Fertigung und noch einmal ein eigener Vertrieb vorhanden.

 
audifon liefert seine Produkte mittlerweile in weltweit 66 Länder. Sind Sie manchmal selber erstaunt, wenn Sie in die Firmenzentrale gehen, was daraus geworden ist – oder lassen Sie solche Gedanken nicht zu?

Sie kennen mich doch, ich staune nicht, ich schätze die Situationen realistisch ein. Ich bin mit der Entwicklung der Unternehmensgruppe KIND zufrieden, keine Frage. Aber mein Blick geht immer in die Zukunft, dort liegen die Herausforderungen und Chancen.

Die Übergabe an Ihren Sohn Alexander ist beispielhaft gelungen. Warum? Und was können andere Unternehmer davon lernen?

Wir sind ein mittelständisches Familienunter- nehmen. Mein Sohn Alexander ist seit Jahren Geschäftsführer der Unternehmensgruppe KIND. Er ist im Wesentlichen verantwortlich für das operative Geschäft. Er besitzt eine hohe Wissens-, Führungs- und Sozialkompetenz. Er ist erfolgreich. Bei Familienunternehmen ist häufig der Generationenübergang schwierig. Beide Generationen sind gefordert. Im Wesentlichen muss jedoch die ältere Generation den Übergang organisieren. Dort liegt aus meiner Sicht die Verantwortung.

Deshalb haben Sie auch genug Zeit für ihr Hobby Hannover 96.

Man kann es ja überhaupt nicht oft genug betonen: Sie machen den Job da ehrenamtlich ... Sicher ist entscheidend, dass mein Sohn die Geschäftsführung übernommen hat und dass er auf Basis qualifizierter Mitarbeiter das Unternehmen führen und entwickeln kann. Dies schafft Freiräume, die ich für die Verantwortung bei Hannover 96 benötige. Aber da gebe ich Ihnen Recht: Es ist sicher ungewöhnlich, dass ich einen solchen Job ehrenamtlich und unentgeltlich ausübe ...

Und wie lange noch? Denn mit Ausnahme einiger unverbesserlicher Chaoten werden viele kein gutes Gefühl haben, wenn Sie von Bord gehen ...

Zur Verantwortung gehört auch die Übergabe der Geschäftsführung. Ich werde bis zum Jahre 2017/2018 die Verantwortung bei Hannover 96 fortführen, um die Neuordnung voll umfänglich erfolgreich abzuschließen. Erlauben Sie mir hier den Hinweis, dass die Struktur bei Hannover 96 erfolgreich ist. Hannover 96 e.V., verantwortlich für den Breitensport, hat eine eigene Vereinsphilosophie entwickelt und ist mittlerweile sportlich, mitgliedermäßig und wirtschaftlich erfolgreich. Der Profifußball mit den Nachwuchsleistungsmannschaften ist in ein Wirtschaftsunternehmen ausgegliedert. Auch dieses Wirtschaftsunternehmen entwickelt sich erfolgreich. Beide Bereiche treten nach außen unter der Marke Hannover 96 auf.

Der Verein ist unter Ihrer Führung zu einer umsatzstarken Marke geworden – ist das Geschäft so völlig anders als die herkömmliche Wirtschaft? Oder kann man die Führung eines Unternehmens durchaus mit der eines Fußballvereins heutzutage vergleichen?

Nach meiner Beurteilung sind Pro vereine Wirtschafts- unternehmen. So haben wir Hannover 96 entwickelt. Wir sind mit der Umsatzentwicklung und der Ertragssituation zufrieden. Die Organisation ist mit der Struktur eines Unternehmens vergleichbar. Die wesentlichen Unterschiede liegen in dem Produkt. Fußball ist ein öffentliches Produkt, ein emotionales Produkt, Kurzläufer, ergebnisorientiert. In einer Saison entscheiden sich vielfältige Fragen. Hier liegt aber auch der Reiz und die Attraktivität des Produktes Bundesligafußball.

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